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Der Dritte Schock (genauer: Größter Anzunehmender Schock)

22.7. Dieses Datum müsste eigentlich rot angestrichen werden. Wir bekamen das Bodengutachten, das wir beim Planungsgespräch am 2.7. gleich mit in Auftrag gegeben hatten. So ziemlich das Schlimmste, was einem passieren konnte: Eine Torfschicht liegt in 3,40 m Tiefe unter dem zukünftigen Haus. Sie ist an den zwei Sondierungsbohrungen 1,40 m bzw. 1,50 m dick. Als Gründungsempfehlung wird eine Pfahlgründung vorgeschlagen. Mir schwante nichts Gutes.

 

25.7. Telefonat mit dem Geologen: Ich soll erst mal eine Nacht drüber schlafen (hab' schon drei hinter mir). Nach seiner Auffassung sind die ca. 22.000,00 Euro für die Pfahlgründung bei dem Grundstück in dieser Lage durchaus zu vertreten.

Für uns war da das Projekt Ferienhaus erst einmal gestorben.

Ich beauftragte den Geologen trotzdem in den anderen drei Ecken noch bis auf 10m Tiefe zu sondieren, damit wir die Gewissheit haben, dass sich die Torftasche vollständig unter dem geplanten Haus befindet. Abends habe ich dann meinen Kummer ins IBG Bauforum gestellt. Viele Tipps und Trost habe ich von dort erhalten. Vielen Dank noch mal an alle! Besonderen Dank auch an Hecky, der mit einem Bekannten, der sich in diesen Dingen auskennt, mein Problem noch mal beackert hat.

 

Was nun? Wir haben in den nächsten Tagen mehrere Möglichkeiten durchgespielt:

1.) Wir erhöhen das Kreditvolumen um 20 T€. Wollten wir nicht, denn wir hatten die Kreditsumme (und damit das gesamte Projekt Ferienhaus) so geplant, dass wir "normal" weiterleben können.

2.) Wir lassen das mit dem Bauen, zäunen das Grundstück ein und stellen einen Wohnwagen oder eine Gartenhütte drauf. Hhm. Dafür war das Grundstück eigentlich zu teuer und die ganzen Planungs- und Erschließungskosten wären auch für die Katz gewesen.

3.) Wir bauen einen "kleinen, leichten" Bungalow oder ein Fertighaus, wenn dadurch die aufwändige Gründung entfällt. (Die Fertighaushersteller, die ich kontaktiert habe, haben aber abgewunken und das mit dem Bungalow hätte dann preislich auch nicht mehr so viel mehr wie die 4. Variante gebracht)

4.) Wir specken das Haus soweit ab, dass sich die Gründungskosten auffangen lassen.

Die letzte Lösungsvariante haben wir dann weiterverfolgt. Dabei hieß es jetzt wieder ursprünglich für gut und richtig gehaltene Entscheidungen zu revidieren.

Wir nahmen Abschied von "unserem" Friesengiebel und "unserer" Einliegerwohnung und einigen anderen großen und kleinen Extras (ein bisschen Wehmut ist sogar jetzt noch, 5 Monate später, beim Aufschreiben dabei).

 

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